Kath. Kirchengemeinde Berlin-Marzahn

„Von der Verklärung des Herrn“

Impressum

Johannes-Minne in der Taufkapelle

Während das Hauptschiff vom Korpus des leidenen Christus dominiert wird, ist die Johannes-Minne der Blickfang im linken Seitenschiff, der „Taufkapelle“. Dieser Raum, in dem entsprechend der Funktion das Taufbecken steht, wird von 12 Kerzen, den Apostelleuchtern, geschmückt. Die Johannes-Minne selbst stammt aus dem mittelalterlichen Süddeutschland und ist ein Geschenk der bayrischen Staatsministerin Frau Prof. Ursula Männle. Warum steht die Johannes-Minne in der „Taufkapelle“?

In der Taufe geschieht für uns Christen Wesentliches: Gott schenkt uns sein Leben. Der Getaufte wird Schwester und Bruder des Herrn. Die Taufe lebt von vielen Zeichen. So stehen die Apostelleuchter für die Heiligen als Vorbilder auf der Nachfolge Christi. Die Darstellung von Jesus und Johannes soll ein Zeichen für die Kirche und die Gemeinschaft der Gläubigen sein. Das Haupt der Kirche, Christus, lädt den Menschen ein, damit er bei ihm ausruhen kann. So kann der Mensch für seinen Weg neue Kraft schöpfen und in seinem Leben das verwirklichen, was er in dieser Gemeinschaft erlebt hat: den Herzschlag Gottes für uns Menschen.

Linkes Seitenschiff mit Kreuzweg

Somit zeigt diese Darstellung, was Kirche im Letzten ist: Der zärtliche Gott für diese Welt und das Angebot seiner Liebe für diese Welt. Dazu braucht es Menschen, die den Mut haben, sich von Jesus berühren zu lassen, getrost die eigene Hand in seine Hand zu legen und senen Herzschlag in sich aufzunehmen. Dies alles vermag ein Getaufter. Darum steht die Johannes-Minne zentral in der „Taufkapelle“.

Tabernakel

Die Seitenwand des linken Seitenschiffes ziert der Kreuzweg. Die vierzehn Leidensstationen Christi sind in diesem nicht getrennt, sondern in einem Fries ineinander übergehend dargestellt. Dieses Werk wurde mit einer Vorbereitungszeit von zwei Jahren von Werner Frischmut geschaffen. Die Umsetzung nahm nochmals ein Jahr in Anspruch. Bei dem verwendeten Material setzte der Künstler auf Beton. Das Leiden des Herrn sollte in der neugebauten Kirche mit dem im neuen Stadtbezirk Marzahn „üblichen“ Produkt dargestellt werden. Die Dornenkrone wird durch in den Beton eingelassenen Stacheldraht verdeutlicht.

Der Tabernakel mit dem ewigen Licht, geschaffen von Johannes Kehrt, ist das verbindene Element zwischen Haupt- und rechtem Seitenschiff. Er ist in die rechte Begrenzungssäule des Hauptschiffes eingelassen.

Marienaltar im rechten Seitenschiff

Das rechte Seitenschiff wird von einer Marienstatue, die stets von einem reichen Blumenschmuck umgeben ist, geprägt. Sie steht auf einem flachen Podest aus Marmor, welches mit einem kleinen Tisch für Opferkerzen eine Einheit bildet. Die Statue wurde von einem Künstler aus Eichsfeld extra für diese Kirche geschaffen. Ursprünglich sollte die Statue nach Vorgabe einer romanischen Madonna gestaltet werden. Der Künstler hat sich damals jedoch für seine Freundin aus Eichsfeld „entschieden“. Bei der Anfertigung der Marienstatue kam es zu einer Verzögerung. Es sollte Lindenholz als Material verwendet werden, allerdings war keine Linde verfügbar. Nach einiger Zeit wurde im Rahmen einer Schussfelderweiterung für die DDR-Grenztruppen im Grenzstreifen eine Linde gefällt. Unter den Händen des Künstlers entstand aus diesem Baum die Marienstatue.

Stein aus der Heiligen Pforte

Neben der Maria gibt es im rechten Seitenschiff noch mehr zu entdecken. So befindet sich an der rechten Seitenwand ein Stein aus der Heiligen Pforte (Porta Santa) des Petersdoms. Diese Pforte ist normalerweise zugemauert und wird nur zum Beginn des Heiligen Jahres alle 25 Jahre geöffnet. Am Ende desselben wird sie wieder zugemauert. Der Stein wurde von Bischof Meißner von einer Romreise mitgebracht und sollte ursprünglich mit in den Grundstein der Kirche eingemauert werden. Damit wäre er aber aus dem Blickfeld des Kirchenbesuchers entrückt und nur „Eingeweihte“ wüssten von seiner Existenz. So befindet er sich jetzt stattdessen an der Innenwand oberhalb des Grundsteines.

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